Kiwis sind nicht nur köstlich und reich an Vitaminen, sondern auch beeindruckende Kletterpflanzen, die mit ihrer dichten Belaubung Gärten in tropische Paradiese verwandeln. Doch um eine erfolgreiche Ernte zu erzielen, braucht es den richtigen Standort, die passende Kiwi-Sorte und eine sorgfältige Pflanzung.
In diesem umfassenden Ratgeber erfährst du alles über die Auswahl der richtigen Kiwi, den besten Zeitpunkt zum Pflanzen, die ideale Pflanztechnik und wie du deine Kiwi-Pflanze optimal pflegst.
Inhaltsverzeichnis
1. Großfruchtige Kiwis (Actinidia deliciosa) – Die Klassiker aus dem Supermarkt
Großfruchtige Kiwis sind die bekannten pelzigen Früchte, die du in jedem Supermarkt findest. Sie wachsen an kräftigen, rankenden Kletterpflanzen und benötigen viel Wärme und eine lange Vegetationsperiode, um gut auszureifen. In kälteren Regionen ist ihr Anbau nur mit geschütztem Standort oder im Gewächshaus erfolgreich.
Merkmale der großfruchtigen Kiwis
Diese Kiwis haben eine große, ovale Frucht mit einer braunen, haarigen Schale. Das Fruchtfleisch ist grün, saftig und besitzt einen süß-säuerlichen Geschmack. Sie wachsen an sehr kräftigen und schnell wachsenden Ranken, die bis zu 10 Meter lang werden können. Daher benötigen sie eine stabile Rankhilfe wie ein Spalier oder eine Pergola.
Bekannte Sorten und ihre Eigenschaften
Hayward ist die weltweit am häufigsten angebaute Sorte. Sie hat eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und bildet große, süß-säuerliche Früchte aus.
Bruno reift etwas früher als Hayward und hat eine längliche Form mit besonders aromatischem Geschmack.
Abbott ist eine sehr süße Sorte mit weicher Schale, die im Anbau jedoch etwas anspruchsvoller ist.

Bestäubung und Fruchtbildung
Großfruchtige Kiwis sind zweihäusig, was bedeutet, dass du eine männliche Pflanze benötigst, um die weiblichen Pflanzen zu bestäuben. Eine männliche Pflanze kann mehrere weibliche Kiwipflanzen bestäuben, weshalb sie in einem geeigneten Abstand (etwa 3–5 Meter) gepflanzt werden sollte. Ohne Bestäuber wird die Pflanze keine Früchte tragen.
Nach dem Pflanzen dauert es in der Regel 3 bis 5 Jahre, bis die erste Ernte möglich ist. Die Kiwi ist jedoch eine sehr langlebige Pflanze, die nach dieser Wartezeit jährlich hohe Erträge liefert.
Standort und Winterhärte
Da großfruchtige Kiwis aus wärmeren Regionen stammen, benötigen sie einen sonnigen, warmen und geschützten Standort. Ideal ist eine Südwand oder ein Platz an einer Hausmauer, wo die Wärme gespeichert wird. Diese Kiwis sind nicht frosthart und können nur in Weinbaugebieten oder unter geschützten Bedingungen gedeihen. In Regionen mit kalten Wintern müssen sie entweder in Kübeln kultiviert und frostfrei überwintert oder in Gewächshäusern angebaut werden.

💡 Tipp: Falls du in einer Region mit kühlen Sommern wohnst, kannst du großfruchtige Kiwis im Folientunnel oder Gewächshaus kultivieren, um eine erfolgreiche Fruchtbildung zu gewährleisten. |
2. Mini-Kiwis (Actinidia arguta & Actinidia kolomikta) – Die frostharten, pflegeleichten Alternativen
Mini-Kiwis, auch als "Kiwibeeren" bekannt, sind eine ausgezeichnete Alternative zu den großfruchtigen Arten, insbesondere für Gärtner, die in kühleren Regionen leben. Sie sind widerstandsfähiger, pflegeleichter und bringen oft schon nach wenigen Jahren Erträge.
Besondere Merkmale der Mini-Kiwis
Mini-Kiwis unterscheiden sich deutlich von den großfruchtigen Sorten. Die Früchte sind kleiner, glatt und essbar, sodass sie ohne Schälen direkt verzehrt werden können. Sie haben ein süßes, intensives Aroma, das oft an eine Mischung aus Kiwis und Stachelbeeren erinnert.
Die Pflanzen sind sehr frosthart und überstehen Temperaturen bis -25 °C, wodurch sie sich auch für kältere Regionen eignen. Sie wachsen ähnlich wie großfruchtige Kiwis als rankende Kletterpflanzen, benötigen jedoch weniger Pflege und entwickeln sich schneller.
Bekannte Sorten und ihre Vorteile
Issai ist eine selbstfruchtende Sorte, die keinen Bestäuber benötigt und daher ideal für kleinere Gärten ist.
Weiki gehört zu den robustesten Mini-Kiwis und benötigt eine männliche Pflanze zur Bestäubung. Sie bringt eine hohe Ernte mit aromatischen Früchten.
Ken’s Red ist eine besondere Sorte mit rötlichen Früchten und intensivem Geschmack.

Bestäubung und Fruchtbildung
Während einige Mini-Kiwi-Sorten selbstfruchtend sind (z. B. Issai), benötigen viele andere eine männliche Pflanze zur Bestäubung. Die ersten Früchte können oft schon nach 2–3 Jahren geerntet werden – deutlich früher als bei den großfruchtigen Kiwis.
Standort und Winterhärte
Mini-Kiwis sind wesentlich unempfindlicher gegenüber Frost und gedeihen in nahezu allen gemäßigten Klimazonen. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte, kommen aber auch mit weniger Sonnenstunden zurecht.
Ein humusreicher, durchlässiger Boden ist ideal, um Staunässe zu vermeiden. Mini-Kiwis sind deutlich anpassungsfähiger als großfruchtige Kiwis, wodurch sie sowohl in Gärten als auch in Hochbeeten oder Kübeln wachsen können.
💡 Tipp: Falls du nur wenig Platz hast, entscheide dich für eine selbstfruchtende Sorte wie Issai, um Platz für eine männliche Pflanze zu sparen. |
3. Welche Kiwi passt am besten in deinen Garten?
Je nach Standort, Klima und Platzangebot eignet sich eine andere Kiwi-Sorte am besten für deinen Garten.
Wenn du in einer wärmeren Region mit langen Sommern lebst und große Früchte bevorzugst, sind großfruchtige Kiwis die richtige Wahl.
Wenn du in einer Region mit kalten Wintern wohnst oder wenig Platz hast, sind Mini-Kiwis die bessere Alternative.
Wenn du nur eine einzige Pflanze setzen möchtest, ist eine selbstfruchtende Sorte wie Issai ideal.

4. Das richtige Pflanzloch für Kiwis vorbereiten
Ein gut vorbereitetes Pflanzloch ist essenziell, um den Wurzeln genügend Platz zu geben und Staunässe zu vermeiden.
Größe: Das Pflanzloch sollte mindestens 50 x 50 x 50 cm groß sein. Bei schweren Böden kann es sogar etwas größer ausgehoben werden, um eine bessere Bodenstruktur zu schaffen.
Drainageschicht einfüllen: Eine Drainageschicht am Boden verhindert Staunässe und sorgt für eine gute Durchlüftung der Wurzeln.
Erde verbessern: Die ausgehobene Erde mit Kompost oder Pflanzerde anreichern, um ausreichend Nährstoffe bereitzustellen.
💡 Tipp: Falls dein Boden stark verdichtet oder lehmig ist, mische ihn mit Rindenhumus oder Pflanzerde, um die Bodenstruktur aufzulockern. |
5. Kiwi-Pflanze richtig einsetzen
Damit die Pflanze gut anwächst, muss sie sorgfältig eingesetzt werden.
Pflanze aus dem Topf nehmen – Vor dem Einsetzen den Wurzelballen vorsichtig lockern, damit sich die Wurzeln besser in die neue Erde ausbreiten können.
Nicht zu tief pflanzen – Die Kiwi sollte genau so tief eingepflanzt werden, wie sie im Topf gewachsen ist. Eine zu tiefe Pflanzung kann Wurzelfäule begünstigen.
Erde andrücken – Nachdem die Pflanze in das Pflanzloch gesetzt wurde, die Erde vorsichtig um die Wurzeln herum auffüllen und leicht andrücken, damit keine Hohlräume entstehen.
Gründlich angießen – Direkt nach dem Pflanzen reichlich gießen, damit sich die Wurzeln gut mit der Erde verbinden.
💡 Tipp: Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rindenmulch hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkraut zu unterdrücken. |
6. Kiwi-Rankhilfe anbringen – Das braucht die Kiwi zum Wachsen
Da Kiwis stark rankende Pflanzen sind, benötigen sie eine stabile Kletterhilfe, die sie über viele Jahre hinweg stützt.
Geeignete Rankhilfen: Am besten eignen sich Spaliere, Pergolen oder Drahtgerüste, an denen sich die Triebe festhalten können.
Haupttriebe fixieren: Bereits frühzeitig die Haupttriebe an die Rankhilfe binden, um das Wachstum zu lenken. Die Pflanze wächst am besten, wenn sie waagerecht an einem Spalier gezogen wird.
Mindesthöhe: Die Rankhilfe sollte mindestens 2–3 Meter hoch sein, da Kiwis schnell in die Höhe wachsen.

💡 Tipp: Falls du mehrere Kiwis pflanzt, solltest du zwischen den Pflanzen einen Abstand von mindestens 2,5–3 Metern einhalten, damit sie sich nicht gegenseitig bedrängen. |
7. Pflege der Kiwi-Pflanze – Wasser, Nährstoffe und Schnitt
Damit die Pflanze gesund bleibt und reichlich Früchte trägt, braucht sie regelmäßige Pflege.
Bewässerung – So bleibt die Kiwi gesund
Kiwis haben einen hohen Wasserbedarf, besonders während der Blüte und Fruchtbildung.
Regelmäßig gießen, da Kiwis Flachwurzler sind, aber dabei unbedingt Staunässe vermeiden.
Der Boden sollte stets feucht, aber nicht nass sein. Ein zu trockener Boden führt zu Wachstumsstörungen.
Mulchen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten – eine Schicht aus Stroh oder Rasenschnitt ist ideal.
💡 Tipp: An heißen Sommertagen kann eine tiefgründige Bewässerung mit einem Tropfsystem helfen, um die Wurzeln konstant feucht zu halten. |
Düngung – Diese Nährstoffe braucht die Kiwi
Kiwis gehören zu den Starkzehrern und benötigen viele Nährstoffe für kräftiges Wachstum und eine gute Fruchtbildung.
Im Frühjahr sollte die Pflanze mit Kompost oder organischem Dünger versorgt werden. Eine Mischung aus Hornspänen, Gesteinsmehl und Kompost ist ideal.
Während der Blütezeit ist ein Dünger mit hohem Kalium- und Phosphorgehalt wichtig, um die Fruchtbildung zu fördern.
Ab August sollte nicht mehr gedüngt werden, damit die Pflanze sich auf die Winterruhe vorbereiten kann.
💡 Tipp: Zu viel Stickstoff führt zu starkem Blattwachstum, aber weniger Früchten. Daher den Dünger gezielt auf die Fruchtbildung ausrichten. |
Schnitt der Kiwi-Pflanze – So bleibt sie ertragreich
Der richtige Schnitt einer Kiwi-Pflanze hängt stark von der gewählten Erziehungsform ab. Ob Spalier, Pergola oder T-Pfahlsystem – jede Methode erfordert eine individuelle Schnittstrategie. Grundsätzlich fruchten Kiwis an einjährigen Kurztrieben, die sich aus mehrjährigen Seitentrieben entwickeln.
Im Sommer (Juni–August) werden lange, peitschenartige Triebe auf 5–7 Blätter eingekürzt, um die Fruchtbildung zu fördern. Der Winterschnitt (Januar/Februar) dient dazu, altes Fruchtholz zu entfernen und Platz für junge Triebe zu schaffen. Ein Schnitt im März/April sollte vermieden werden, da Kiwis dann stark „bluten“ und Pflanzensaft verlieren.
Damit die Fruchtqualität langfristig hoch bleibt, sollten ältere, verholzte Fruchttriebe regelmäßig entfernt und durch neue ersetzt werden (Fruchtholzrotation). Je nach Rankgerüst muss der Schnitt individuell angepasst werden, um ein optimales Wachstum und eine hohe Ernte zu gewährleisten.

💡 Tipp: Kiwis fruchten an einjährigen Kurztrieben, die sich aus mehrjährigen Seitentrieben entwickeln. |
8. Häufige Probleme und Lösungen von Kiwis
Trotz guter Pflege kann es immer wieder zu Problemen kommen. Hier sind die häufigsten Schwierigkeiten und ihre Lösungen:
Blätter werden gelb (Nährstoffmangel)
Häufige Ursache: Stickstoff- oder Eisenmangel
Lösung: Organischen Dünger oder Eisenblattdünger verwenden.
Keine Früchte trotz Blüte
Ursache: Fehlende Bestäubung (männliche Pflanze fehlt) oder zu kühle Temperaturen während der Blütezeit.
Lösung: Falls keine männliche Pflanze vorhanden ist, kann eine Bestäubung von Hand mit einem Pinsel erfolgen.
Wurzelfäule durch Staunässe
Ursache: Zu schwere, verdichtete Böden.
Lösung: Eine bessere Drainage schaffen oder die Pflanze in ein Hochbeet setzen.
Fazit: Mit der richtigen Pflege zu einer reichen Kiwi-Ernte
Kiwis sind nicht nur dekorative Kletterpflanzen, sondern auch äußerst lohnend für den eigenen Garten. Wer eine geeignete Sorte wählt, den richtigen Standort findet und die Pflanze mit einer stabilen Rankhilfe versorgt, kann sich schon nach wenigen Jahren über eine reiche Ernte freuen.
Die Pflege erfordert zwar regelmäßiges Gießen, Düngen und Schneiden, doch mit etwas Geduld lassen sich köstliche, selbst angebaute Kiwis genießen.
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